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Klatsche vom Lieblingsgegner

Die Drittliga-Volleyballer von Bremen 1860 unterliegen dem TV Baden deutlich mit 0:3

Applaudierend steht Coach Matthias Gilch in der Badener Lahhofhalle. Er klatscht in die Hände als Anerkennung für die Leistung des Siegers. Doch das waren nicht seine Volleyballer von Bremen 1860, sondern die des Gastgebers, des TV Baden. Das erste Auswärtsspiel der Saison in der 3. Liga endete somit wie das erste Heimspiel – mit einer Niederlage. Die fiel beim TV Baden deutlich aus. Mit 0:3 (20:25, 19:25, 17:25) mussten sich die Bremer im Derby geschlagen geben. Dabei hörten die Bremer im Vorfeld den Namen TV Baden nur zu gerne, assoziierten sie diesen doch immer mit Siegen. Vier Duelle gab es in den Saisons 2014/15 und 2015/16, aus allen gingen die Bremer siegreich hervor. Dementsprechend hatte sich auch Matthias Gilch auf die Partie gefreut: „Ein Derby zu spielen ist immer klasse.“ Doch bei den Badenern hatte sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Eine Saison früher als die Bremer stieg der TVB in die 3. Liga auf. Und dort angekommen wusste er gleich zu überraschen. In der Premieren-Saison sicherten sie nicht nur frühzeitig den Klassenerhalt, beinahe wäre es sogar noch eine Klasse höher gegangen. Nach erfolgreicher Relegation waren die Badener erster Nachrücker, sollte ein Platz in der 2. Bundesliga frei werden. Doch daraus wurde am Ende nichts. Mittlerweile sind somit die Voraussetzungen und Ziele beider Mannschaften gänzlich andere. Während Bremen 1860 als Aufsteiger vorrangig den Klassenerhalt anpeilt, will der TV Baden dahin, wo er vergangene Saison bereits war. Und dafür wurde auch wieder die Basis geschaffen. Der Kern der Mannschaft blieb zusammen, dennoch stehen fünf Abgänge einem Zugang gegenüber. Mit lediglich elf Akteuren bestreiten die Badener die Saison. Ein enges Personal-Konstrukt. Die Personalprobleme herrschten am Sonntag jedoch auf der anderen Seite. Die Bremer klagen über mehrere Ausfälle. Nichtsdestotrotz hatte sich Matthias Gilch mehr erhofft. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so deutlich wird“, gestand der Bremer Coach.  Schwache Annahme Die Probleme der Gäste waren jedoch offensichtlich. In der Annahme hatten alle Spieler Schwierigkeiten, insbesondere mit den hart geschlagenen Angaben von Badens Artem Tscherwinski. Im ersten Satz war eine Aufschlagserie von Tscherwinski für die Vorentscheidung verantwortlich – aus einem 12:12 wurde somit ein 20:12 für die Gastgeber. Zwar fingen sich die Bremer wieder, doch Baden sicherte sich schließlich verdient den ersten Durchgang. Der zweite Satz, das gleiche Bild: Bremen kam gut aus den Startlöchern, musste die Badener mit zunehmender Spieldauer aber wieder ziehen lassen. „Wir hatten Phasen, in denen konnten wir einfach nicht dagegenhalten. Eigentlich ist das unsere Stärke“, sagte Matthias Gilch. Da sich dieses Problem auch nicht in Satz drei abstellen ließ, war das Derby schnell vorbei. Allzu hart ins Gericht gehen wollte Gilch mit seinen Mannen aber nicht: „Was will man erwarten, das war der Zweite der Vorsaison.“ Auch von dem Wort Lieblingsgegner will sich der Bremer Trainer noch nicht verabschieden. „Warten wir mal das Rückspiel ab.“   VON PATRICK HILMES WESER - KURIER, Ausgabe 25.09.17, Seite 29

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