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Wenn Träume wahr werden

Die Basketballerinnen der Weser Baskets/Bremen 1860 steigen als Meister in die 2. Regionalliga auf

Für die Oberliga-Basketballerinnen der Weser Baskets/Bremen 1860 ist nach dem 69:55 (32:30)-Heimsieg im letzten Saisonspiel gegen den direkten Konkurrenten vom SV Concordia Belm-Powe doch noch der Traum vom Aufstieg wahr geworden. „Es war das erwartbare intensive Spiel“, erklärte Trainer Christopher Hupe nach der erlösenden Schlusssirene, „das durch die grandiose Stimmung der Zuschauer noch einmal ordentlich angeheizt wurde“.

Die Ausgangslage vor der Partie war klar, die Bremerinnen mussten das Spiel mit mindestens 14 Punkten Differenz gewinnen, um den direkten Vergleich zu ihren Gunsten zu entscheiden. Dieses Vorhaben wollten die Gäste um ihre beiden Top-Scorerinnen Lotta Eichmeyer (15) und Teresa Placke (14) natürlich unter allen Umständen verhindern. Da sich beide Teams im ersten wie auch im folgenden Viertel nahezu egalisierten, entwickelte sich zunächst eine zähe Begegnung, in der beide Defensivabteilungen mit großer Konsequenz zu Werke gingen. „Der alte NBA- Spruch ‚offense wins matches, defense wins Championships‘ ist also wieder einmal wahr geworden“, freute sich Hupe über die aufmerksame und disziplinierte Deckungsarbeit seiner Spielerinnen.

Überragende Defensive

Die Defensive der Bremerinnen war das ganze Spiel über sehr stark und besonders „in der zweiten Halbzeit überragend“, wie Hupe betonte. „Das hat uns das Spiel gewonnen“, zeigte sich der frisch gebackene Meistertrainer mehr als erfreut. Mit steter Präsenz und massivem Einsatz unter dem eigenen Korb zwangen die neuen Meisterinnen ihre Gegnerinnen mehrfach zu „wilden“ Würfen aus der Distanz, um gleichzeitig mit gelungenen Fastbreaks unter den gegnerischen Korb und dort letztlich zum eigenen Erfolg zu gelangen. Dennoch ging es zunächst mit lediglich drei  (19:16) und zur Halbzeit gar mit nur zwei Zählern Vorsprung (32:30) für die“Weser Ladies“ in die jeweilige Pause.

„In der ersten Halbzeit haben wir viele sogenannte Loose-Ball-Situationen, also Rebounds oder abgefälschte Pässe der Gegnerinnen nicht einsammeln können“, haderte Hupe, „in der Halbzeitpause hatten wir uns vorgenommen, das besser zu machen“. Dieser Plan ging auch voll auf und die Bremerinnen konnten nun viele dieser Situationen für sich entschieden. „Eine ganz wichtige Phase war unser 17:4-Lauf in den letzten fünf Minuten des dritten Viertels“, skizzierte Hupe den spielentscheidenden Zeitraum. Danach hatten die Bremerinnen dann auch endlich die nötigen 14 Punkte Vorsprung und hätten die Uhr zu ihren Gunsten herunterlaufen lassen können. Allerdings entwickelte sich im restlichen Verlauf der temperamentvoll geführten Partie vor voll besetzter Kulisse ein wahrer Krimi, „bei dem gefühlt mit jedem Korb die Meisterschaft in die Hand von einem zu anderem Team gewechselt ist“ beschrieb der Coach die emotionale Schlussphase. Die letzten zwei Minuten waren dann Nervenkitzel pur, die Fanlager beider Mannschaften gaben noch einmal mächtig Gas und die Gäste hätten mit einem überaus umstrittenen Drei-Punkt-Freiwurf um ein Haar noch für eine allerletzte Wendung sorgen können – allerdings verfehlte die Gästespielerin mit dem entscheidenden Wurf den Bremer Korb „und wir sind überglücklich, dass das hart erarbeitete Glück auf unserer Seite war“, pustete Christopher Hupe erleichtert durch.

„Ich bin sehr stolz auf mein Team“, versicherte der Trainer, „das in den letzten Wochen mit vielen extra Trainingseinheiten noch einmal alles für diese Meisterschaft gegeben hat.“ Die Meisterfeier ging seinen Angaben nach „bis in die frühen Morgenstunden, aber das hat sich das Team auch mehr als verdient“, so Hupe. Gleichzeitig vergaß der Coach aber nicht, wem er neben seinen eigenen Spielerinnen zudem noch zu Dank verpflichtet war: „Ein besonderer Dank geht an die vielen Zuschauer, die für eine tolle Stimmung gesorgt haben“, erklärte er, „und an Belm-Powe, die mit ihren Fans einen großen Teil zu der tollen Stimmung beigetragen haben und nach einer sehr starken Saison die Meisterschaft auch verdient gehabt hätten.“ Ob das Team um Kapitänin Saskia Illginnis nun das ihnen zustehende Aufstiegsrecht auch tatsächlich wahrnehmen würden, solle sich nach Auskunft des Trainers in den nächsten Wochen entscheiden. Es gäbe noch einige Formalitäten zu klären und auch der Kader der „Weser Ladies“ müsste aufgestockt werden, damit aus dem nun wahr gewordenen Traum in der kommenden Spielzeit kein Albtraum entstehe. „Das entscheiden wir in den nächsten vier bis sechs Wochen als Team zusammen“, erläuterte Hupe, „jetzt gerade machen wir aber bis April Trainingspause und müssen das erst einmal sacken lassen.“
VON CHRISTIAN MARKWORT
WESER-KURIER, Ausgabe 15.03.2018, Stadtteilkurier Nordost, Seite 8

Weser Baskets/Bremen 1860: Altenbeck (7), Berstermann, Ellberg (4), Goepfert (2), J. Goll (16), S. Goll (19), Heitmann (5), Illginnis (4), Mach, Rüskamp, Sievers, Schlegl (12).

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