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Edelmetall für Bremer Kegler

Mit sechs Medaillen kamen die Keglerinnen und Kegler von der SfB Bremen 1860 von den Deutschen Meisterschaften zurück

Ein weiterer Titelgarant von Bremen 1860 hat wieder überzeugt. Im Kegeln für Menschen mit Behinderung hat sich Ursula Bibow in der Kategorie „Sehgeschädigt“ in Cuxhaven einmal mehr den deutschen Meistertitel auf Bohle gesichert. Auf der Scherebahn in Herne zwei Wochen später wurde sie Vize-Meisterin.

Die Scherebahn ist fünfeinhalb Meter kürzer als die Bohlebahn und geht zudem ab der Mitte der Bahn wie eine Schere auseinander. Dadurch verbreitert sie sich von 35 Zentimeter Lauffläche auf 1,25 Meter. Die Athletinnen und Athleten haben vier mal 25 Wurf, um die neun Kegel umzuwerfen. Jedes Mal gibt es entsprechend viele Punkte.

Am Ende die höchste Punktzahl zu haben, ist für Ursula Bibow ein immer wieder schönes, aber kein neues Gefühl. Bereits ein Jahr zuvor holte sie sich die Meisterschaft auf Bohle und stand auch auf Schere schon zwei Mal ganz oben auf dem Treppchen. In diesem Jahr musste sie sich auf der Scherebahn allerdings einer Konkurrentin aus Gelsenkirchen geschlagen geben.

Die Athletin Ursula Bibow trat 1986 in den Blinden- und Sehbehindertenverein Bremen (BSVB) ein und begann dort zu kegeln. Über einen Freund stieß sie 1989 zur Sportgemeinschaft für Behinderte (SfB) und kam über die Fusion der SfB mit Bremen 1860 im Januar 2017 zu dem Schwachhauser Sportverein, wo die SfB seither als eigenständige Abteilung fortbesteht.

Und Ursula Bibow ist nicht die einzige. Auch eine Vize-Meisterin auf Bohle ist eine 1860erin der SfB-Abteilung: Heike Gendatis schaffte im Einzel in der Kategorie „allgemeine Behinderungen“ den Sprung auf den Silberrang und mit der Mannschaft, bestehend aus ihr, Carlo und Jörg Bruns, Rüdiger Schütte, Amelio Sozio sowie Egon Wendelken und Werner Gendatis, Platz fünf. In der Kategorie „Armgeschädigt“  kegelte sich Rüdiger Schütte im Einzel auf Bohle ebenfalls auf den Silberrang, Dieter Becker holte sowohl auf Bohle als auch auf Schere in der Kategorie „Sehgeschädigt“ Bronze und Amelio Sozio wurde bei „allgemeine Behinderungen“ auf Bohle Vierter.

Bei den Einzelwettbewerben werden die Sportlerinnen und Sportler in insgesamt neun Schadensklassen, von „allgemeine Behinderungen“ bis „Rollstuhlfahrer“ und von „sehgeschädigt“ bis „vollblind“, eingeteilt. Die Mannschaft der Körperbehinderten von Bremen 1860 besteht aus sechs Keglerinnen und Kegler und muss mindestens elf Handicap-Punkte aufweisen. Die Zahl der Handicap-Punkte wird für jeden Athleten nach der Art der Behinderung festgesetzt und spielt auch bei der Gesamtwertung eine Rolle. So soll Chancengleichheit unter den Sportlerinnen und Sportlern gewährleistet werden, erzählt Günter Dökel. Er leitet das Kegelcenter in der Duckwitzstraße, wo die Athletinnen und Athleten trainieren.

Menschen mit verschiedenartigen oder auch ganz ohne Behinderungen können nach vorheriger Absprache mit Günter Dökel unter Telefon 51 12 82 mit den Mannschaften ein Probetraining absolvieren, wenn sie in den Kegelsport (wieder) einsteigen möchten.

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