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Stabil mit Reifen, Fehler am Ball

Stavickaja startet in Gymnastik-WM

Obwohl der Deutsche Turnerbund seine Prioritäten auf die Nationalgruppe legt, wurden für die laufenden Weltmeisterschaften in Sofia auch zwei Einzelgymnastinnen ins Rennen geschickt. Mit dabei: Julia Stavickaja von Bremen 1860 sowie Noemi Peschel aus Schmiden. Für beide lief die Vorbereitung nicht wirklich optimal. Peschel musste sich kurzfristig einer Blinddarm-Operation unterziehen und Julia Stavickaja wurde erst nachträglich nominiert. Die ersten beiden WM-Wettbewerbe haben die deutschen Gymnastinnen Einzel-Gymnastinnen bereits hinter sich. Auf Grund des großen Teilnehmerfeldes wird von jeder Gymnastin nur ein Handgerät pro Tag geturnt. Für Noemi Peschel und Julia Stavickaja hatte die Auslosung zunächst den Ball vorgesehen. Noemi Peschel erhielt für ihre Übung 14,450 Punkte, Julia Stavickaja hatte einen Gerätverlust und musste nach den daraus folgenden Abzügen mit 11,500 Punkten vorlieb nehmen. Nur einen Tag später jedoch zeigten sich beide Gymnastinnen mit ihren Reifenübungen erfreulich stabil. Noemi Peschel turnte 15,050 Punkte, Julia Stavickaja 14,250 Punkte.
 

Dass es für die Weltspitze ganz vorne nicht reichen würde, ist allen klar. Zum Vergleich: Die Führenden im Ball und Reifenfinale haben mehr als 20 Punkte bekommen. Dennoch überwiegt die Freude, überhaupt dabei zu sein. Larissa Drygala, Trainerin am Bremer Bundesstützpunkt, ist als Kampfrichterin bei der WM am Start. Ihre erste Einschätzung: „Um bei einer WM ganz vorne mit zu turnen, erfordert mindestens ein Jahr intensive Vorbereitung, sonst ist man chancenlos.“ Aber immerhin, auch sie ist beeindruckt, wie die beiden Deutschen sich in diesem Weltklassefeld bewegen. Was jedoch den meisten Teilnehmerinnen jenseits Platz 50 fehlt, sei die Geschwindigkeit, sagt Larissa Drygala. „Was ich von hier mitnehme, ist auf jeden Fall, dass die Mädchen ihre Übungen schneller turnen müssen.“ Es sei atemberaubend, was die Weltspitze hier an Dynamik und Schnelligkeit zeigt. Für die beiden Deutschen wird es noch mal spannend, wenn sie ihre Übungen mit Band und mit den Keulen präsentieren.

VON RUTH GERBRACHT
Weser-Kurier, 13.09.2018, Seite 21

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