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1860-Fechter erst im Finale gestoppt

Elisabeth Wichmann und Finn Bischof werden beim traditionellen Schüler- und Jugendturnier von 1860 Zweite

Ein Raunen, angespannte Gesichter, kurzer Jubel, dann die Enttäuschung: Es läuft das Finale der weiblichen U 14 im Florettfechten. Elisabeth Wichmann von Bremen 1860 steht auf der Bahn, ihr gegenüber die Belgierin Lopke Gelissen. Die Uhr zählt runter. Wer innerhalb von drei Minuten die meisten Treffer erzielt hat, nimmt die Goldmedaille mit. Elisabeth Wichmann liegt hinten, doch sie holt auf. Noch ein Treffer, dann hätte sie ausgeglichen. Doch die Uhr tickt erbarmungslos: Noch drei, zwei, eins – mit 8:9 Treffern muss sich die 13-Jährige mit dem Silberrang zufrieden geben. Die Enttäuschung stand ihr zunächst ins Gesicht geschrieben; es war so knapp. Nachdem sie das Gefecht verdaut hatte, freute sie sich aber doch über ihre Silbermedaille.

Zum 54. Mal richtete der Fechtverein Bremen 1860 sein Schüler- und Jugendturnier im Florettfechten aus. Der Traditionswettbewerb zieht Jahr für Jahr den Nachwuchs aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern in die Hansestadt. Rund 60 Mädchen und Jungen zwischen zehn und 14 Jahren standen dieses Mal auf den Fechtbahnen.

Trainer Sebastian Theiß von Bremen 1860 war auch mit Elisabeth Wichmanns zweitem Platz in der U 14 zufrieden. Trotzdem das Talent am Tag zuvor schon in Moers beim Bundesranglistenturnier der U 17 antrat, zeigte sie auch in der heimischen Halle noch volle Konzentration. „Sie hat ihre Treffer bewusst und geplant gesetzt und war sehr variabel darin, wo sie die Treffer platzierte“, resümierte Sebastian Theiß die Leistung seines Schützlings. In derselben Startgruppe focht sich 1860erin Lisbeth Buchwald auf den sechsten Platz.

Überzeugt hat den Trainer auch Finn Bischof, der in der männlichen U 14 Silber holte. Ihn konnte im Finale nur der Bochumer Mika Student stoppen. Auch Bischof ficht trotz seiner Jugend bereits sehr durchdacht und variabel. Er steckte viel Energie in die Gefechte auf der heimischen Bahn und habe den zweiten Platz deshalb verdient, so Sebastian Theiß.

In der U 13 der Jungen schaffte es Bruno Fischer auf den dritten Platz hinter Fechtern aus Potsdam und Hamburg. Teamkollege Julius Helling erreichte Platz sieben und Matvey Mogilin in der U 14 Platz drei. Eric Braza vom FC Bremen-Nord wurde Siebter. Bei den Startern der U 10 und U 11 landeten die 1860er Mattis Niemann und Leo von Rahden auf dem sechsten beziehungsweise achten Platz im Gesamtklassement. In der U 12 holte Thorge Brammer vom HFC Bremen Platz zehn. Von den U 11- und U 12-Startern der Mädchen landete 1860erin Aurelia Gündel auf dem vierten Platz.

In den unteren Altersklassen geht es im Grunde um nicht viel. Die jungen Fechterinnen und Fechter sollen erste Turniererfahrungen sammeln und so langsam an den Wettkampfsport herangeführt werden. Die Ergebnisse sind dabei noch zweitrangig. Am Tag des Bremer Turniers kämpften die Schwestern Clara und Marie Neumann in Moers im Bundesranglistenturnier der U 20 um die Platzierungen. Clara Neumann patzte in der Vorrunde und sah sich deshalb im K.o. einer sehr starken Gegnerin gegenüber. Sie kam unter die besten 64. Marie Neumann schied in der Vorrunde aus.

VON RAINER JÜTTNER
WESER-KURIER, Stadtteilkurier Nordost, Ausgabe 29.11.2018, Seite 12              
 

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