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Flexible Elisabeth Wichmann

1860-Fechterin übersteht bei der U17-DM als einzige Bremerin die Vorrunde

Die erste Runde des Meisterschaften-Marathons haben sie überstanden. Die U17 trat in Weinheim bei der Deutschen Meisterschaft im Florettfechten an. Qualifiziert sind aus Bremen die Ersten auf der Landesrangliste, bei den Mädchen ist das Elisabeth Wichmann und bei den Jungen Luis Wassenaar vom Fechtverein Bremen 1860. Weil ein anderes Bundesland seine Quote nicht ausgenutzte hatte, durfte Marie Neumann, ebenfalls 1860, als Nachrückerin im Einzel antreten. Zudem hatte der Verein je eine weibliche und männliche Mannschaft am Start.

Als einzige Bremerin schaffte es Elisabeth Wichmann über die Vorrunde hinaus in die K.O.-Ausscheidung. Dort schickte sie deutlich mit 15:8 Treffern Sophie Germann vom TV Jahn Siegen von der Bahn. „Elisabeth kann sehr vielseitig fechten“, sagte 1860-Trainer Sebastian Theiß. Seine Athletin könne sich während des Gefechts umstellen und so ihre Gegnerinnen vor größeren Herausforderungen stellen. „Sie kann sich umstellen, bevor sie es muss“, so der Trainer weiter. Im zweiten K.O. gegen Lucia Arnela vom ATSV Saarbrücken half ihr aber auch das nicht. Die Saarländerin war eine Nummer zu groß für die 14-Jährige Wichmann, die ihre erste Deutsche Meisterschaft in der nächst höheren Altersklasse bestritt. Das 5:15 gegen Arnela bedeutete das Ende im Einzelwettbewerb und für Wichmann Platz 59 von knapp 100 Konkurrentinnen.

Marie Neumanns Ausscheiden in der Vorrunde brachte sie auf den 93. Platz. Sie ficht noch nicht ganz so lange wie ihre Teamkollegin und sammelt zunächst noch Erfahrungen bei großen Turnieren, so Theiß.

Für Luis Wassenaar hatte sich der Trainer mehr erhofft. Sein Ausscheiden in der Vorrunde liege nicht daran, dass er sich schlecht geschlagen habe, so Sebastian Theiß. „Luis kann technisch und taktisch eigentlich viel“, sagte der Trainer. Es zeige sich aber immer wieder, dass Fechten auch Kopfsache ist. Das frühe Aus brachte ihm den 89. Platz.

In der Mannschaft sah das Ganze ein wenig anders aus. Drei bis vier Fechter darf ein Team aufstellen. Bei den Mädels stand neben Elisabeth Wichmann und Marie Neumann auch Lisbeth Buchwald, die Jüngste im Trio, auf der Bahn. Sie könnte noch in der U13 antreten und bestritt in Weinheim ihre erste Deutsche Meisterschaft überhaupt. Nervosität zeigte sie deshalb aber trotzdem nicht. Sie sei eine Bereicherung für das Team gewesen, habe mutig gefochten und auf der Bahn echt Gas gegeben, sagte Sebastian Theiß. Überhaupt zeigte er sich mit der Mädchenmannschaft zufrieden. Nach einer Niederlage im Auftaktgefecht machten es die drei im folgenden Platzierungsgefecht den Gegnerinnen von der starken FG Schwerin mit 39:45 recht schwer, bevor sie im Gefecht um Platz 19 ungefährdet die STG Koblenz/Kreuznach mit 45:32 besiegten.

Für den Jungs lautete die Mission eigentlich „Beste 16“. Mit Luis Wassenaar, Tom Willems, Julian Dubischar und Matvey Mogilin war die Mannschaft gut besetzt. Um die Mission erfüllen zu können, hätten die 1860er das Auftaktgefecht gegen den KTF München gewinnen müssen, gaben es aber mit 34:45 Treffern her. Im Rennen um die Plätze 17 bis 29 stand ihnen zuerst der SC Korb gegenüber. „Es folgten ein heißes und knappes Gefecht und bedauerlich zahlreiche zweifelhalte Kampfrichterentscheidungen“, monierte Theiß. Sein Team verlor erneut und konnte nur noch im Kampf um Platz 21 den SV Alfeld mit 45:33 schlagen.

In ähnlicher Zusammensetzung wird Bremen auch bei den Deutschen Meisterschaften der U20 am kommenden Wochenende in Schwerin vertreten sein. Im Einzel treten dann Clara Neumann und Tom Willems an. In den Mannschaften werden zusätzlich wieder Elisabeth Wichmann und Marie Neumann sowie Luis Wassenaar und Julian Dubischar fechten.

VON LIANE JANZ
FOTO: SEBASTIAN THEISS
Stadtteilkurier, Ausgabe 16.05.2019, Seite 8

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