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Familienfeier endet mit Turniersieg

Sanssouci-Pokal: Bremen 1860 in drei Altersklassen beim traditionellen Siebener-Turnier – U 16 gewinnt

Ihren ersten Titel brachte die Rugby-Jugend von Bremen 1860 aus Potsdam mit. Beim Sanssouci-Pokal holte die U16 die Trophäe, nachdem sie ein Jahr zuvor noch im Finale gescheitert war. In einer Spielgemeinschaft mit dem Hamburger Rugby-Club waren auch 1860er in der U 14 und U 10 am Start. Die U 14 wurde Dritter, die U 10 verpasste das Podest knapp.
Unter dem Motto „Rugby gegen rechte ­Gewalt und Langeweile“ lud der USV Potsdam zum 17. Mal zu den Pokalspielen ein. 23 ­Vereine schickten Mannschaften von der U 6 bis zur U 16 nach Brandenburg. Bremen 1860 war zum fünften Mal in Folge dabei und machte aus dem Wettbewerb einmal mehr eine Familienfeier. Bereits freitags reisten die Bremer per Autokolonne mit zahlreichen ­Eltern und Geschwistern der insgesamt 17 Spielerinnen und Spieler an, bauten auf dem Sportgelände am Neuen Palais ihre Zeltstadt auf und hatten das Gelände an dem Abend noch fast für sich allein. „Die erste Nacht ist immer die aufregendste“, sagte Jugendtrainer Julio Cezar Shkembi. Die Kids toben über den Rasen oder nutzen den vielen Platz für Freestyle-Ballspiele.

Am ersten Spieltag hatte die U 16 vier Teams vor der Brust. In der Altersklasse spielten die Mannschaften zwei Mal – Hinrunde und Rückrunde – gegeneinander. Eigentlich. Denn nachdem die Bremer in der Hinrunde den RC Leipzig mit 55:7, die Jungen Preußen mit 42:7 sowie die Jugend von Germania List mit 67:5 und die Spielgemeinschaft Münster/Osnabrück/Wiedenbrück mit 61:0 düpierten, bliesen die Gegner die Rückrunde ab. „Unsere Leute waren super heiß und haben in jedem Spiel von Anfang bis Ende Vollgas gegeben“, sagte Julio Cezar Shkembi. Er führt die Bremer Dominanz auf den großen Zusammenhalt im Team zurück. Das Turnier wird in Siebener-Rugby ausgetragen. Die U 16 spielt bereits auf dem Großfeld. „Da ist es wichtig, dass sich die Spieler gegenseitig unterstützen, dass sie mitlaufen, die Lücken zu machen und beim Gegner Lücken aufreißen“, so der Trainer. Genau das taten seine acht Jungs und ein Mädchen auch. Zudem seien sie den vier anderen Mannschaften läuferisch und körperlich überlegen gewesen. Entsprechend groß war die Enttäuschung über die abgesagte Rückrunde.

Germania List und die Spielgemeinschaft reisten früher ab. Die Leipziger und die Preußen taten sich zusammen und gewährten 1860 immerhin noch ein Freundschaftsspiel, das die Bremer haushoch gewannen. Den Endstand hat sich allerdings niemand notiert.

In den unteren Altersklassen trugen die Mannschaften auf dem Halbfeld Vorrunden, Halbfinals und Finals aus. Die U14, die als SG Hansa antrat, hatte es mit sehr starken Gegnern zu tun. Im Halbfinale unterlag sie dem späteren Pokalsieger RC 03 Berlin mit 5:15. Im Spiel um Platz drei setzte sie sich dann mit 35:5 gegen Victoria Linden durch. „Unsere U14 spielt seit etwa zwei Jahren in dieser Konstellation zusammen; die sind gut eingespielt“, sagte der Bremer Trainer über seinen Nachwuchs. Im Team gebe es blindes Verständnis, die Laufwege stimmen, die Teammitglieder haben großes Vertrauen zueinander. „Auf dem Halbfeld haben die Leute mehr Kontaktsituationen als auf dem Großfeld, da ist Support noch mal wichtiger“, so Julio Cezar Shkembi.

Unterstützt hat sich der Nachwuchs aus Bremen auch gegenseitig am Spielfeldrand. Wer gerade nicht selbst ran musste, hat seine Vereinskameraden lautstark angefeuert; die U10 half bei den Älteren als Wasserträger in den Halbzeitpausen. Insofern sei das gute Abschneiden der 1860-Mannschaften eine insgesamt herausragende Abteilungsleistung gewesen, sagte der Jugendtrainer.

Vor allem in der U 10 und U 14 war der Auftritt beim Sanssouci-Pokal für viele Spielerinnen und Spieler eine Premiere. In der U 10 ging es vorrangig darum, Erfahrungen zu sammeln und den Geist von Rugby kennenzulernen, sagte der Trainer. Feuer haben sie alle gefangen und würden am liebsten im nächsten Jahr wieder nach Potsdam fahren. Die U 16 von Bremen 1860 wäre dann auch noch jung genug, um die Mission Titelverteidigung anzutreten.

VON LIANE JANZ
Stadtteilkurier, Ausgabe 27.06.2019, Seite 10