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Drei starke Viertel reichen zum Sieg

Basketball-Oberligist Bremen 1860 überzeugt beim 57:47-Heimerfolg gegen den VfL Stade II

Nach der erlösenden Schlusssirene freuten sich die Spieler von Bremen 1860 über den 57:47 (33:17)-Heimsieg gegen den VfL Stade II zwar ausgiebig – doch zu einem Jubeltänzchen ließ sich die Mannschaft um Headcoach Cai Kaiser allerdings nicht hinreißen. „Das dritte Viertel hat mir überhaupt nicht gefallen“, resümierte der erfolgshungrige Trainer, „da haben wir von Außen nicht gut getroffen und einfachste Korbleger daneben gelegt.“ Dennoch herrsche nach dem dritten Erfolg im neunten Saisonspiel „große Freude und Erleichterung“, betonte Kaiser, der sich vor allen Dingen über seine „bärenstarke Defense“ freute.
Die Hausherren mussten mit Till Riesenbeck und Top-Scorer Jan-Malte Bonfils auf zwei wichtige Stützen verzichten, beide mussten verletzungsbedingt passen. Doch dafür übernahmen an diesem Tag eben andere Spieler mehr Verantwortung, besonders Bremens bester Werfer Paul Müller (16 Punkte) wusste zu gefallen, aber auch die übrigen 1860-Spieler präsentierten sich über weite Strecken selbstbewusst.

In den ersten zehn Minuten setzten die Gastgeber die Vorgaben ihres Trainers sehr gut um, mit aggressiver Verteidigung und konzentrierten Wurfversuchen legte Bremen 1860 sofort eine Führung vor und ging schließlich mit acht Punkten Vorsprung (13:5) in die erste Pause. „Wir wollten das Tempo von Beginn an hoch halten“, erläuterte Kaiser seinen Matchplan, „und das ist uns in der ersten Halbzeit auch sehr gut gelungen.“

Im zweiten Abschnitt des umkämpften Kellerduells setzten sich die Bremer schnell von den Gästen ab, wiederholt nutzten sie leichte Fehler, um ihrerseits zu einfachen Körben zu gelangen. Mit einem sogenannten Buzzer-
Beater erzielte Niklas-Hanno Detloff den 33:17-Halbzeitstand. „Die Stimmung im Team ist super“, erklärte der Trainer, „die Jungs sind heiß und wollen unbedingt zeigen, was wirklich in ihnen steckt.“

Mit Beginn des dritten Viertels schlichen sich allerdings mehrere Fehler ein, trotz spielerischer Überlegenheit kam Osnabrück immer näher heran. „Wir hatten zu viele unnötige Ballverluste“, versuchte sich Bremens Torge Zense an einer Erklärung, „und haben vorne nicht mehr konzentriert genug geworfen.“ Dadurch sei unnötig Hektik ins Spiel gekommen, ergänzte Paul Müller, „aber zum Schluss haben wir uns wieder gefangen und aus meiner Sicht auch verdient gewonnen.“

Im finalen Durchgang zeigte sich das Team nämlich wieder erholt und fand zu seiner Stärke zurück. Es entwickelte sich zunächst dennoch ein spannendes Spiel auf Augenhöhe, das auf beiden Seiten von vielen Fehlern und großer Verunsicherung geprägt war – und in dem sich die Bremer schließlich auf ihre gute Kondition verlassen konnten. Während die Gäste bei der furiosen Aufholjagd im dritten Viertel offensichtlich zu viele Körner gelassen hatten, zeigten die Gastgeber wiederholt einstudierte Spielzüge und trafen auch wieder deutlich besser.

Nach dem schlechten dritten Abschnitt (5:20) präsentierten sie sich in den letzten zehn Minuten deutlich sicherer und holten sich nicht nur diesen Durchgang (19:10), sondern zudem eine Portion Selbstvertrauen für die mit Spannung erwartete Partie bei Tabellenführer Blau-Weiß Merzen (Sonnabend, 25. Januar, 19.30 Uhr). Im Hinspiel hatten sich die arg dezimierten Bremer beim 77:81 ziemlich teuer verkauft und brennen nun auf Revanche. „Die Jungs sind im Kopf klar“, versicherte Kaiser, „und wenn wir an die starke Leistung aus der ersten Halbzeit gegen Stade anknüpfen, ist auch dort etwas für uns drin.“

Bremen 1860: Rheinwald, Köhler, Kilic (2), Schlon (2), Dettloff (3), Dräger (3), Kopia (4), Sefer (4), Plaschek (7), Diederich (8), Zense (8), Müller (16).

VON CHRISTIAN MARKWORT
Stadtteilkurier
Ausgabe 23.01.2020, Seite 9