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Bremen 1860 gibt die rote Laterne ab

Oberliga-Basketballerinnen tauschen mit dem BBC Osnabrück II nach 73:48-Heimsieg die Plätze

Rundum zufrieden zeigte sich Cihat Sentürk nach dem deutlichen 73:48 (31:24)-Heimsieg der Basketballerinnen von Bremen 1860 in der Oberliga gegen den BBC Osnabrück II. „Der Knoten ist endlich geplatzt“, freute sich der Headcoach, „und wir sind auch nicht mehr Tabellenletzter, was für die Psyche der Mädels sehr wichtig ist.“
In einem fast vom Anwurf weg einseitigen Spiel gelang es den Gastgeberinnen um Top-Scorerin Anna Hofmann (18 Punkte), alle vier Viertel für sich zu entscheiden. „Die Grundlage dafür war unsere starke Defense“, erläuterte Sentürk, „wir waren voll konzentriert und haben nur wenig zugelassen.“ Wiederholt nutzte Bremen 1860 die vielen Ballverluste der verunsichert wirkenden Gäste, um ihrerseits mit schnell vorgetragenen Angriffen zu einfachen Körben zu gelangen. Dennoch verliefen die ersten zehn Minuten ausgeglichen, erst vier Sekunden vor der Pausensirene traf Kerstin Kriener (15) zum 16:15 für ihr Team.

In den beiden folgenden Abschnitten deckten die Gastgeberinnen konsequent „auf Mann“ und ließen die Gäste nie zu ihrem schnellen Spiel finden. „Manchmal waren wir in der Offense allerdings noch etwas zu umständlich“, resümierte Sentürk, der seine Spielerinnen in einer Auszeit anwies, einfacher zu spielen und immer den direkten Weg zum gegnerischen Korb zu suchen, statt noch einen Pass zu spielen. „Wir waren noch etwas hektisch“, begründete Sentürk, dessen Team schließlich mit sieben Punkten Vorsprung in die Halbzeit ging.
Geduldiges Spiel zahlt sich aus

Im dritten Viertel setzte sich Bremen 1860 zusehends von den Gästen ab, ruhig ließen die Spielerinnen den Ball in ihren Reihen zirkulieren und warteten geduldig auf die beste Gelegenheit zu einem erfolgreichen Wurfversuch. Osnabrück hingegen agierte immer fahriger, viele Würfe verfehlten ihr Ziel deutlich. Und Bremen nutzte den jeweiligen Gegenstoß zum leichten Korberfolg. „Endlich hatten wir im Training unter der Woche wieder genügend Spielerinnen dabei“, meinte Sentürk, „im Spiel hat man gesehen, wie wichtig es ist, mit vollem Kader verschiedene Spielzüge einstudieren zu können, um erfolgreich Basketball zu spielen.“

Nachdem die Gastgeberinnen mit 20 Punkten Vorsprung in den finalen Durchgang gingen, erlahmte die Osnabrücker Gegenwehr und das Team um seine beste Werferin Anna Schröder (15) ergab sich seinem Schicksal. „Ich bin sehr stolz auf meine Spielerinnen“, versicherte Sentürk – um sofort vor der nun anstehenden Begegnung beim Tabellenzweiten Osnabrücker TB (Sonnabend, 8. Februar, 17 Uhr) vor zu viel Euphorie zu warnen: „Der BBC war heute ganz sicher kein Maßstab“, betonte der Headcoach, „wichtig ist nun, weiter mit Selbstbewusstsein auf der Erfolgswelle zu reiten, ohne überheblich zu werden.“

In den kommenden zwei Wochen werden sich die 1860-Frauen nun im Training sorgfältig auf den spielstarken Konkurrenten vorbereiten, und nicht nur dem Trainer ist die Bedeutung des Spiels bewusst: „Der OTB ist ein ganz anderes Kaliber“, sagt Sentürk, „da müssen wir von Beginn an hellwach und voll konzentriert sein.“ Doch nun gelte es zunächst, sich über den jüngsten Erfolg ausgiebig zu freuen, „und diesen wirklich wichtigen Sieg in den nächsten 14 Tagen einfach nur zu genießen“, gab Sentürk seinen Spielerinnen mit auf den Heimweg.

Bremen 1860: Busse (4), Eickhoff (4), Zapfe (6), Misiurek (8), Quarra Shouli (9), Oelfke (9), Kriener (15), Hofmann (18).

VON CHRISTIAN MARKWORT
Stadtteilkurier
Ausgabe 23.01.2020, Seite 9