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Eine weitere Etappe ist geschafft

Die 1860er Sylke Leopold und Bernd Rennies sind beim Usee Schwimmen ins Ziel und der Medaille des „Deutschland Klassikers“ näher gekommen

Schwimmen war eigentlich nicht so seins. Umso besser, dass es beim „Deutschland Klassiker“ ausschließlich ums Finishen geht. Ins Ziel kommen ist also alles. Auch beim Usee Schwimmen in Düsseldorf ging es für die Triathleten von Bremen 1860 Sylke Leopold und Bernd Rennies nur darum, die rund dreieinhalb Kilometer durch den Unterbacher See durchzuhalten.

Zur Vorbereitung zog Bernd Rennies den Sommer über seine Bahnen durch die Weser. Am Osterdeich entlang immer unter den Dalmen durch und damit sicher vor dem Schiffsverkehr und den Sportbooten, entdeckte er, dass ihm schwimmen doch auch Spaß macht. Als Triathlet musste er schon früher immer wieder ins Wasser, doch in Düsseldorf absolvierte er jetzt seinen ersten reinen Schwimm-Wettkampf. „Das lief gut“, sagt er. Der schnellste Schwimmer im Feld, Kevin Geiselhart, erreichte nach 38,21 Minuten ins Ziel. „Ich hab eine halbe Stunde länger gebraucht, aber ich hatte zu keiner Zeit Probleme“, sagt Bernd Rennies. 01:09:28 Stunde war es genau. In seiner Altersklasse M65 reichte das für den sechsten Platz. Sylke Leopold schwamm die Strecke in 01:18:08 Stunde und landete damit in der Altersklasse W50 auf Rang 20.

Was den beiden noch mehr gefiel, als der Wettbewerb an sich, war die Gemeinschaft derer, die den „Deutschland Klassiker“ komplettieren möchten. Das sind vier Langstreckenwettkämpfe durch Schnee, Wasser, auf dem Rad und im Laufen. Das Usee Schwimmen war für Bernd Rennies nach dem „König Ludwig Lauf“ auf Skiern im Januar und der „Mecklenburger Seenrunde“ auf dem Rad im Mai die dritte Etappe im „Deutschland Klassiker“. Sylke Leopold stieg erst beim Radfahren ein. Im Oktober wollen die beiden den Frankfurter Marathon laufen. Schaffen sie das, erhält Bernd Rennies die Medaille; Sylke Leopold muss im Winter noch den „König Ludwig Lauf“ beenden und wird dann auch ausgezeichnet. Bei welchem Wettbewerb sie anfangen, ist nicht entscheidend für diejenigen, die den „Deutschland Klassiker“ bestehen möchten. Wichtig ist, dass sie alle vier Wettbewerbe nacheinander abarbeiten. Und diese Gemeinschaft ist groß. Die verschiedensten Menschen kommen zusammen und tauschen sich über ihren Trainingsstand, die kleinen und großen Erfolge und ihre Motivation aus, erzählt Bernd Rennies. Auch am Abend vor dem Schwimmen trafen sie sich zum gemeinsamen Essen. „Das ist eine tolle Gemeinschaft“, erzählt der Bremer, der auch offiziell ein Unterstützer des „Deutschland Klassikers“ ist.

Beim Usee Schwimmen fiel die Gemeinschaft dadurch auf, dass die Schwimmer goldene Badekappen trugen, die sie als Souvenirs auch behalten durften. Die Bremer Rennies und Leopold schätzen am „Deutschland Klassiker“ auch, dass der Trainingsplan nicht so vollgepackt werden muss, wie bei einem klassischen Triathlon. „Dadurch, dass die Wettbewerbe Monate lang auseinander liegen, kann man sich noch gezielter vorbereiten“, sagt der erfahrene Triathlet Rennies. Dagegen müssen die Sportler bei einem Triathlon alle Disziplinen gleichzeitig im Blick haben.

Beim Marathon wird Bernd Rennies wieder in seinem Element sein. Für Sylke Leopold ist Laufen die am wenigsten liebste Disziplin. Bestehen will sie auf jeden Fall. Da kommt es jetzt auf die Vorbereitung an. Die hat bereits begonnen – nach dem Wettkampf ist schließlich vor dem Wettkampf.