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Erfahrung punktet vor Jugend

Fechter von Bremen 1860 traten im Oktober bei verschiedenen Turnieren deutschlandweit an

Der Routinier hat den Jungspunden gezeigt, was er noch drauf hat. Michael Albrecht holte sich im Degenfechten beim Weißherbst-Turnier in Hamburg den sechsten Platz bei 38 Startern und wurde damit bester Bremer. Dabei ließ der 60-Jährige viele U30-Fechter hinter sich, musste sich aber einigen anderen alten Hasen geschlagen geben. Im selben Turnier holten die 1860er Kai Bischoff und Dirk Nolting die Plätze 28 und 35. Bei den Frauen schaffte es Sarah Wittmann mit dem dritten Platz aufs Treppchen – allerdings mit einem weinenden Auge für Bremen 1860, denn die Degenfechterin trainiert zwar seit einiger Zeit im Baumschulenweg, tritt bei Turnieren aber noch für ihren alten Verein FS TG Würzburg an. Während der laufenden Saison ist ein Vereinswechsel nicht möglich.

Beste Bremerin am Degen offiziell wurde Naciely Lizbeth Anton Larios mit dem elften Platz, über den sie sich allerdings nicht richtig freuen konnte. Sie hatte sich mehr ausgerechnet. Im Florettfechten hielt Lara Kleinschmit die Speckflagge hoch und holte sich ebenfalls den elften Platz, war damit aber glücklicher als ihre Trainingskollegin. In derselben Kategorie wurde 1860erin Amandine Colson 15. Ebenfalls im Florettfechten wurden Christopher Palm, der erst als Erwachsener mit dem Sport begann, 23. und Arnim Cronjaeger (Jahrgang 1937) als ältester Starter 27. und damit letzter.

Während die alte Garde in Hamburg Punkte für die Landesrangliste sammelt, traten jüngere 1860-Fechter bei verschiedenen Turnieren in anderen Teilen Deutschlands an. Die Schwestern Clara und Marie Neumann versuchten ihr Glück bei den Seniorinnen beim DFB-Qualifikationsturnier „ekays - Women's Foil“ in Cottbus. Marie Neumann sollte als U17-Fechterin dabei vor allem Erfahrung sammeln, die Clara Neumann schon reichlich hat. Doch Clara Neumann ging angeschlagen ins Turnier. Beide schieden nach der Vorrunde aus. Punkte für die Bundesrangliste gab es somit für keine von beiden. In Burgsteinfurt gab es gleich zwei Wettbewerbe, bei denen sich Florettfechter von Bremen 1860 zeigten. Luis Wassenaar, eigentlich U17-Fechter, und Julian Dubischar, eigentlich U20-Fechter, gingen bei den Senioren ums Rennen um die Platzierungen. Doch beide hatten das Nachsehen und schieden nach der Vorrunde aus. Es seien viele sehr gute und erfahrenere Fechter im Turnier gewesen, denen die Jugendlichen so viel nicht entgegenzusetzen hatten. „Da geht es viel schneller zur Sache. Da muss man viel schneller Entscheidungen treffen“, sagt 1860-Fechttrainer Sebastian Theiß. Zu lange dürfe man sich mit taktischen Überlegungen nicht aufhalten; in der Zeit habe der Gegner schon den Treffer gesetzt. „Das haben wir so nicht trainiert“, so Sebastian Theiß. In der U20 in Burgsteinfurt hatte der Trainer vier Schützlinge im Rennen. Wassenaar und Dubischar versuchten dort ebenfalls mitzuhalten, schafften das zwar auch besser, kamen aber dennoch nicht über die Vorrunde hinaus. Auch Finn Bischof und Matvey Mogilin konnten nicht punkten. Sebastian Theiß führt das auf die Ferien zurück, in denen die Fechter wenig trainiert haben. Beim „Münchner Kindl“ war Theiß mit zwei Neulingen vertreten. Im Florettfechten der U17 traten Markus Schwabe, eigentlich noch jüngerer U15-Jahrgang, und Carl Teichert an. „Sie beide wollten unbedingt dorthin und Erfahrung sammeln“, sagt Sebastian Theiß. Beide konnten sich im Wettbewerb verbessern, auch wenn nach der Vorrunde Schluss war.

Die vielen Turniere im Herbst nutzten die 1860er auch, um fleißig die Werbetrommel für ihr eigenes Turnier zu rühren. Das Schüler- und Jugendturnier ist ein alter Klassiker für den Nachwuchs. Am Sonntag, 17. November, treten ab 10 Uhr Florettfechterinnen und -fechter der U11, U13 und U15 im Baumschulenweg 8-10 gegeneinander an. Für die U13 und U15 geht es dann auch um Punkte für die Landesrangliste. Schluss ist voraussichtlich gegen 18 Uhr.

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