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Ein Bremer Wunsch geht in Erfüllung

2020 startet die Bundesliga in der Rhythmischen Sportgymnastik – 1860 ist mit zwei Teams dabei

In der Rhythmischen Sportgymnastik (RSG) bricht eine neue Ära an – und das bedeutet für die Turnerinnen von Bremen 1860 an diesem Sonnabend erst einmal frühes Aufstehen. Um 5 Uhr setzt sich ihr Bus in Bewegung, sein Ziel: das etwa auf halber Strecke zwischen Siegen und Koblenz gelegene Hachenburg. Es ist für die Bremerinnen die erste Zwischenstation auf dem Weg in die neue RSG-Bundesliga. In zwei Wochen, am 7. und 8. Dezember, findet in Berlin-Marzahn der zweite und letzte Qualifikationswettkampf statt. Dann wird sich entscheiden, welche zehn RSG-Teams 2020 in der 1. und welche vier in der 2. Bundesliga antreten werden.

„Die Bundesliga war schon vor 20 Jahren ein Wunsch meiner Mutter“, sagt die Leitende Trainerin am RSG-Bundesstützpunkt in Bremen, Larissa Drygala. Nun hat es zwar ein bisschen gedauert, bis der Wunsch von Gisela Drygala umgesetzt wurde, doch der Freude tut das im 1860-Lager keinen Abbruch. „Natürlich begrüßen wir die Einführung“, sagt ­Larissa Drygala – aus guten Gründen. Die Gymnastinnen erhoffen sich mehr mediale Aufmerksamkeit, freuen sich über weitere Wettkämpfe und neue Ziele insbesondere für ältere Aktive. „Bislang trainieren sie das ganze Jahr nur für ein oder zwei Meisterschaften“, sagt Larissa Drygala. Mit der Bundesliga werde es weitere Anreize geben.

Auch die Trainerinnen werden vom neuen Angebot profitieren. „Ein Wettkampf ersetzt etwa vier Trainingstage“, sagt Larissa Drygala. Diese Rechnung verdeutlicht, wie wichtig Wettkampfpraxis für die Sportlerinnen ist. Mit Einführung der Bundesliga, die unter dem Dach der Deutschen Turn-Liga und nicht unter dem des Deutschen Turner-Bundes geführt wird, werden die Sportgymnastinnen ab Herbst 2020 drei Wettkämpfe mehr als bisher haben: zwei Bundesliga-Kampftage und danach das große Finale mit Meister- und Auf-/Abstiegsrelegation.

Insgesamt 14 Mannschaften aus ganz Deutschland, darunter auch Startgemeinschaften, haben für die anstehende Qualifikation gemeldet. Bremen 1860 schickt, in Kooperation mit dem TV Eiche Horn, dem Blumenthaler TV und dem OSC Bremerhaven, gleich zwei Teams in Rennen. „Wir sind dankbar, dass der Verein für beide die Finanzierung zugesagt hat“, sagt Larissa Drygala. Das Mindestalter der Gymnastinnen ist zwölf Jahre, nach oben gibt es keine Grenze. So sind die Teams, bestehend aus sechs bis zehn Mitgliedern, altersmäßig sehr gemischt.

Pro Wettkampf stehen insgesamt zehn Übungen auf dem Programm – jeweils zwei mit Seil, Reifen, Ball, Keulen und Band. Maximal drei Vorträge dürfen von derselben Gymnastin gezeigt werden. Die Ergebnisse aus beiden Qualifikationen werden addiert. Die besten zehn Mannschaften werden, nach geografischen Aspekten, in zwei Erstliga-Fünfer-Gruppen eingeteilt, die letzten vier bilden 2020 die 2. Bundesliga. Da in beiden Ligen nicht zwei Teams eines Vereins starten dürfen, ist klar, dass 1860 einen Erst- und einen Zweitligisten stellen wird.

Kader Bremen 1860 I: Julia Stavickaja, Jule Scheffer, Sandy Kruse (alle 1860), Lillie Schupp (Blumenthaler TV), Jo-Emma Reppenhagen, Emilia Teljukina (beide OSC Bremerhaven), Haruka Kodama, Andra Günnemann (beide TV Eiche Horn)

Kader Bremen 1860 II: Katharina Braun, Emina Herenda, Vanessa Leipholz, Jessica ­Neterebski, Jessica Winter, Kristina Bolbat, Evelyn Sparwasser, Anastasia Janz, Anastasia Gesswein (alle 1860)

VON JÖRG NIEMEYER
Weser-Kurier
Ausgabe 23.11.2019, Seite 24

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