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Gesichter des Vereins

32 Jahre auf der Matte

Seit 1987 fühlt sich Christian Probst im Aikido zuhause. 2004 kam er aus dem Studio von Wolf-Dieter Wichmann zu Bremen 1860. Zunächst existierte der Sport als Fachbereich der Judo-Abteilung, seit etwa neun Jahren ist Aikido eine selbstständige Abteilung. Christian Probst ist von Beginn an Abteilungsleiter und Trainer.

Bremen 1860: Wie bist du zum Aikido gekommen?

Christian Probst (3. Dan): Ich habe bei einer Freundin einen Budo-Wälzer durchgeblättert und bin bei A hängen geblieben. Darin stand ein ganz faszinierender Text von André Nocquet, der seinerzeit Aikido von Japan nach Frankreich und Europa gebracht hat. Dieser Text hat mich nicht losgelassen. Also habe ich geguckt, wo ich Aikido ausprobieren kann. In Achim gab es einen Sportverein, den TSV 1860, wo die Sportart angeboten wurde, immer montags. Dort habe ich erfahren, dass ich es auch in Bremen trainieren kann im Studio von Wolf-Dieter Wichmann beim selben Trainer wie in Achim. Also habe ich montags in Achim trainiert und mittwochs und donnerstags in Bremen. Irgendwann kam noch freitags und dann samstags dazu, bis ich fünf Mal in der Woche Aikido trainiert habe. Da war ich extrem angefixt.

Bremen 1860: Was hat dich an dem Sport so angesprochen, dass du gleich so tief eingestiegen bist?

Christian Probst: Es ist diese Art der Gewaltlosigkeit. Ich habe vorher Karate gemacht; da gab es immer viel auf die Nase. Das hat mir gar nicht gefallen. Aikido hat eine komplett andere Philosophie, die sich zum Beispiel auch darin zeigt, dass es keine Wettkämpfe gibt. Das hat mich fasziniert. Und ich kann viele Sachen auch für mich, für mein tägliches Leben gebrauchen: ob es Deeskalation ist oder wie ich beruflich mit bestimmten Situationen umgehe, dass ich sehr oft eben nicht auf Konfrontation gehe, sondern auf eine konfliktlösende Art und Weise agiere.

Bremen 1860: Was muss jemand mitbringen, der oder die mit Aikido anfangen möchte?

Christian Probst: Man muss ein ernsthaftes Interesse an dieser Philosophie haben und offen sein für Übungen, die im ersten Moment merkwürdig wirken. Er oder sie muss sich einlassen können. Angehende Aikidoka müssen keine Supersportler sein, die eine schweißtreibende Beschäftigung suchen, müssen aber auch nicht besonders esoterisch angehaucht sein. Wir decken ein sehr breites Spektrum an Sportlerinnen und Sportler ab vom Alter, vom Geschlecht, von der Gewichtsklasse. Aikido geht eigentlich für jeden.