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Vereinsleben

Punkte gegen den Abstieg

Die 1860-Volleyballer besiegen die VSG Ammerland mit 3:1

Zu einem der wichtigsten Auswärtsspiele ohne Zuspieler und Libero? Genau das musste Matthias Gilch, Trainer der ersten Volleyballherren von Bremen 1860, noch zwei Tage vor Anpfiff gegen Mitabstiegskandidaten, die VSG Ammerland, befürchten. Ein Verbleib in der Dritten Liga wäre mit einer Niederlage wohl kaum mehr möglich gewesen. Doch ein kleines Wunder geschah: Die Bremer holten sich mit ihrem 3:1 (25:20, 16:25, 25:10, 25:17) Sieg wichtige drei Punkte gegen den Abstieg. Mit Zuspieler und mit Libero.

Wie so häufig in der aktuellen Spielzeit sollten die Positionen des Zuspielers und des Liberos gegen Ammerland unbesetzt bleiben. In der Vergangenheit sprang Kapitän Moritz Müller bereits als Zuspieler und auch als Libero ein. Beide Positionen zur selben Zeit konnte er jedoch kaum spielen. 1860-Zuspieler Sven Gronert wird höchstwahrscheinlich für den Rest der Saison mit lädierter Schulter passen müssen. Zuspieler Stephan Teumer kann als Arzt seine Schichten nicht nach Belieben schieben und musste häufiger zum statt mit auf Auswärtsfahrt. Auch Libero Patrick Steinmüller ist beruflich stark eingespannt und steht oft nur bei Heimspielen zur Verfügung.

Doch Matthias Gilch konnte sein Glück kaum fassen. Elf Spieler standen ihm bei dieser Auswärtspartie zur Verfügung. Rekord. „Stephan hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um bei uns zu sein“, sagte Gilch. Kapitän Müller fand gar nicht genug Worte, seinen Zuspieler zu loben: „Er hat clever zugespielt und klasse aufgeschlagen, er war heute der wichtigste Mann auf dem Platz.“ Zudem konnte Libero Steinmüller sich ebenfalls frei machen und unterstützte zusammen mit Müller und Nils Mallon die Annahme. „Das war auch wichtig, denn Ammerland hat sehr gut aufgeschlagen“, erklärte Co-Trainer Matteo Witt. Doch auch bei nicht optimaler Annahme konnte Teumer die starken Mittelangreifer Björn Hagestedt und Jannik Haats geschickt und erfolgreich einsetzen. Und auch Außenangreifer Nils Mallon hatte eine gute Angriffsquote.

Ammerlands Diagonalspieler Sönke Meyer hatte die Bremer bereits im Hinspiel, das die Bremer vor heimischer Kulisse mit 2:3 verloren, mit seinen Angriffen zur Verzweiflung gebracht. Gilch stellte seine Blockspieler in dieser Partie jedoch besser auf Meyer ein. Meyer bekam ab dem dritten Satz keinen Ball mehr auf den Boden, wurde ausgewechselt und verließ enttäuscht die Halle. Im zweiten Durchgang hatten die Gäste aus Bremen jedoch einen kleinen Hänger. Es mangelte an Konzentration. „Trotzdem haben wir heute dem Druck gut standgehalten und uns verdient drei Punkte geholt“, so Gilch. Mit 17 Punkten rangieren die Bremer nun zwei Punkte vor Aachen und drei Punkte vor Hürth. Ammerland ist mit seinen fünf Zählern bereits abgestiegen.

Bremen 1860: Bormann, Eschner, Esken, Götzel, Haats, Hagestedt, Holzke, Mallon, Müller, Steinmüller, Teumer.

VON KATJA NONNENKAMP-KLÜTING
WESER - KURIER, Ausgabe 05.02.18, Seite 24

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