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Das Ziel ist die Landesliga

Landesklasse nur ein Übergang – Gerätturner von Bremen 1860 streben vehement die vierthöchste Klasse an

Die Landesliga verfehlten die Gerät­turner von Bremen 1860 diesmal nur hauchdünn, als Tabellenzweiter der Landesklasse verbleibt die Riege um Trainer Olaf Grohmann auch in diesem Jahr noch in der zweithöchsten niedersächsischen Leistungsklasse. „Das Ziel war es, verletzungsfrei durch die Saison zu kommen, was auch geklappt hat“, berichtet der 39-jährige Coach, „zudem hatten wir als Nebenziel den Aufstieg in die Landesliga geplant, was dieses Jahr noch nicht geklappt hat. Wir hoffen deshalb, dass es dann eben in diesem Jahr klappt.“

Nach dem dritten und letzten Wettkampftag des Jahres beim Final-Turnen in Scheeßel belegte die Turnerriege von Bremen 1860 mit insgesamt 593,15 Punkten den zweiten Tabellenplatz hinter dem TV Kleefeld I (642,50), mit 60,90 Punkten stach dabei ­Pablo Broszio in der Einzelwertung als bester Bremer auf Platz zehn heraus. „Mein Vater hat mich zum Turnen gebracht und ist heute auch mein Trainer“, erläutert der 15-­Jährige, der sich am Barren und an den Ringen am wohlsten fühlt. „Ich möchte möglichst bald mit der Mannschaft in die Landesliga aufsteigen“, betont der Youngster, „und vielleicht auch einmal noch höher turnen.“ Utopisch wäre seiner Einschätzung nach ein Aufstieg in die Bundesliga, wo 1860 früher bereits erfolgreich gewesen war.

Körperliche Grenzen ausreizen

Für Jan Beise ist „Turnen einfach unheimlich vielseitig“, wie der 30-Jährige erklärt, der seit rund 25 Jahren bei Bremen 1860 turnt und sein Spezialgerät Seitpferd verletzungsbedingt nicht mehr turnen kann. „Auch wenn man alleine am Gerät ist, ist Turnen für mich immer eine Mannschaftsportart“, betont Beise, „ohne das gemeinsame Training wären Höchstleistungen nicht möglich und das spiegelt sich auch in den Mannschaftswettkämpfen wider.“ Für den 22-jährigen Barren-Spezialisten Maik Weinrich liegt der Reiz des Gerätturnens in erster Linie „im Ausreizen der körperlichen Grenzen und dies auf eine sehr elegante Art und Weise“, wie er erklärt. Für ihn mache besonders die Verbindung von Schwung, Kraft und der Nervenkitzel den Reiz am Turnsport aus, daneben reize ihn die Tatsache, „dass man jeder Zeit aufs Gerät aufschlagen kann, wenn man sich verturnt“. Für Pauschenpferd-Spezialist Florian Schadwald mache die große Bandbreite an Komplexität und Körperbeherrschung den besonderen Reiz seiner Sportart aus: „Es ist für mich immer wieder ein neuer Reiz, ans Gerät zu gehen“, erläutert der 24-Jährige, „da es eine hohe Konzentration und Körperspannung fordert, um eine gelungene Übung zu präsentieren.“

Die 42-jährigen Zwillingsbrüder Christian und Thomas Hemmelskamp tragen neben der Jagd nach möglichst vielen Punkten häufig auch einen familieninternen Wettkampf aus. „Christian ist selbstverständlich der bessere Turner“, versichert Thomas augenzwinkernd, „da er es immer schafft, mich am Pauschenpferd zu schlagen, wenn ich ihn provoziere.“ Christians größter Erfolg sei es, „mich in die Mannschaft geholt zu haben“, so Thomas, der von seinem Bruder als Vorbild angesehen werde, „weil mich motiviert und auch mit 42 noch alle Geräte auf hohem Niveau turnen kann“, wie Bruder Christian konstatiert.

Die Riege von 1860-Coach Olaf Grohmann komplettieren der 23-jährige Bodenturn-Spezialist Tom Koller, der gleichaltrige Jan Felix Forster, „Mister P9“ Darius Bosselmann, so genannt, weil der 25-Jährige an allen Geräten eine gute Figur macht sowie die „Bodenturn-Gracie“ (Grohmann) Sven Bannehl aus Zeven – der mit seinem Beitritt zur Turnriege von 1860 im vergangenen Jahr überhaupt erst dafür sorgte, dass die Bremer nun in Niedersachsens höchster Liga antreten dürfen. „Unser erklärtes Ziel ist es“, verdeutlicht Trainer Olaf Grohmann, „in diesem Jahr den Aufstieg in die Landesliga zu erreichen und dort in den oberen Rängen mit zu turnen.“ Ähnlich wie auch seine Turner sieht auch der Coach seine Riege mit starken Einzelsportlern besetzt, „sodass wir in der zweithöchsten Klasse in Niedersachsen mit Sicherheit eine gute Rolle spielen können“, ist Grohmann von der turnerischen Qualität seiner Mannschaft überzeugt.

VON CHRISTIAN MARKWORT
Weser - Kurier, Ausgabe 19.02.2018,  Stadtteilkurier Nordost, Seite 6

 

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