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Es ist mehr als nur Sport

Einen Einblick in die vielen Facetten von Taekwondo vermittelt ein neues Demoteam von Bremen 1860 bei öffentlichen Auftritten

Explosiv schnellt der Fuß nach oben, der Kampfschrei geht durch Mark und Bein, der Gesichtsausdruck ist entschlossen:  Nach einer etwa siebenmonatigen Findungsphase hat sich bei Bremen 1860 ein neues Demoteam formiert, das bei öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feierlichkeiten zeigt, wie vielfältig und effektiv die Kampfkunst Taekwondo ist. Die Choreografien stellen unter anderem mögliche brenzlige Situationen aus dem Alltag nach, beispielsweise ein Überfall auf dem Heimweg nachts nach dem Diskobesuch. Das Team zeigt aber auch die technischen Feinheiten des Kampfsporttrainings.

Etwa sieben Monate lang organisierte Kampfsportlerin und Taekwondo-Trainerin Julia Hachgenei (2. Dan) immer wieder Trainingsblocks, bei denen interessierte Jugendliche und junge Erwachsene testen konnten, ob sie sich dem Team anschließen möchten. Jetzt mussten sie entscheiden, ob sie verlässlich dabei bleiben und den Schwachhauser Sportverein öffentlich repräsentieren möchten. Von den 28 Testerinnen und Tester sind 26 fester Bestandteil des Teams geworden und üben Choreografien ein. Ihre Premiere wird „Fockes Fest“ im Park des Focke Museums am 2. September sein.

Die Shows, unter anderem mit exemplarischen Kampfszenen oder synchronem Poomsae-Laufen, zu erarbeiten sind ein Schwerpunkt des Trainings. „Mir ist auch der soziale Aspekt total wichtig“, sagt Trainerin Julia Hachgenei. Das Team übernachtet an Trainingswochenenden gemeinsam im Übungsraum am Baumschulenweg, es fährt zusammen zu Lehrgängen und bricht gemeinsam zu Unternehmungen auf, die eigentlich nichts mit dem Kampfsport zu tun haben. Das soll Vertrauen und Bindung schaffen und Timing ebenso wie stumme Absprachen auf der Bühne fördern. „Je mehr das Team zusammengehört, umso besser funktionieren die Auftritte“, sagt die Trainerin.

Am Anfang konzentriert sich das Demo-Team in eher kurzen Shows auf die verschiedenen Facetten des Taekwondo; künftig möchte Julia Hachgenei auch interdisziplinär arbeiten. Es gibt durchaus Schnittmengen zwischen der koreanischen Kampfkunst und Akrobatik. Auch eine Kombination mit verschiedenen Tanzstilen, wie Hip Hop, ist möglich. „Die Sportarten lassen sich sehr gut miteinander verbinden und können die Show noch interessanter machen“, so die Trainerin. Wie das aussehen kann, dabei können die Team-Mitglieder mitreden. Der Input sowie das individuelle Talent jedes Einzelnen eröffnen dem Team eine große Bandbreite bei der Vorbereitung von Shows.

Julia Hachgenei begann vor 14 Jahren als Jugendliche mit Taekwondo und zog das Training straff durch, sodass sie es in fünf Jahren zum schwarzen Gürtel schaffte. Sie absolvierte noch während ihrer Schulzeit eine Ausbildung zur Übungsleiterin. Dabei machte sie erste Erfahrungen damit, vor Gruppen reden zu müssen. „Das war eine gute Vorbereitung für mein Lehramtsstudium und die Arbeit in Schulklassen“, erzählt die Trainerin. Inzwischen ist es umgekehrt: Die Master-Studentin kann beim Training und bei den gemeinsamen Reisen zu Lehrgängen oder Turnieren viel von dem nutzen, was sie im Studium gelernt hat. Neben dem Demoteam trainiert sie auch regulär einmal die Woche Jugendliche in der koreanischen Kampfkunst.

Es ist bereits die dritte Auflage eines Taekwondo-Demoteams bei Bremen 1860. Im Jahr 2008 formierte sich nach langer Pause zum ersten Mal wieder eine Gruppe Jugendlicher, die in Eigenregie Shows einstudierte und öffentlich auftrat. Die Gruppe löste sich nach und nach auf, als die Mitglieder die Schule abschlossen und für Studium oder Ausbildung Bremen verließen.

Bei ihren Auftritten geht es den Kampfsportlern nicht um Honorare, kleine Spenden für den Kauf von Trainingsmaterialien und Show-Requisiten sind aber gern gesehen. Anfragen nimmt Taekwondo-Meisterin Susanne Albers (5. Dan) per E-Mail an S.Albers@bremen1860.de entgegen.

FOTO: Malte Jochem

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