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Vereinsleben

1860 hat künftig eine Doppelspitze

Stern neuer Geschäftsführer

Die Herausforderungen wachsen für Sportvereine: Eine hohe gesellschaftliche Verantwortung, der Fachkräftemangel auch in der Sport- und Fitnessbranche, steigende Kosten unter anderem bei Energie und Personal – vielfältige Betätigungsfelder lassen gerade große Vereine wie Bremen 1860 mehr und mehr zu Dienstleistern werden. Mit rund 6500 Mitgliedern und zusätzlich mehreren Tausend Menschen, die sich in den Reha- und Fitnesskursen regelmäßig bewegen, sind die Aufgaben inzwischen so groß geworden, dass Bremen 1860 seit dem 1. Januar von einer Doppelspitze geführt wird.
„Wir wollten uns im Präsidium rechtzeitig auf den bevorstehenden Wechsel vorbereiten und haben Sebastian Stern frühzeitig an die neuen Aufgaben herangeführt“, sagt Vereinspräsident Hans Claussen. Sebastian Stern verantwortet als neuer Geschäftsführer zahlreiche Bereiche wie Personal, Marketing und Digitalisierung. Horst Neumann bleibt als Geschäftsführer hauptsächlich für die Bereiche Finanzen und Bauprojekte verantwortlich.

Der 37-jährige Stern ist ein Eigengewächs des Vereins. „Das ist die perfekte Lösung für uns. Dadurch mussten wir niemanden von außen holen“, sagt Claussen. Seine früheste Erinnerung an 1860 hat Stern an das Eltern-Kind-Turnen. Nach Stationen bei den allgemeinen Ballspielen und der Leichtathletik fand er im Rugby sein sportliches Zuhause. Nach einer kurzen Auszeit übernahm Stern mit 21 Jahren die Abteilungsleitung für den ovalen Ballsport und baute, anfangs auch als Trainer, die Sparte wieder auf. Inzwischen spielt eine Herrenmannschaft in der zweiten Bundesliga.

Bei Bremen 1860 absolvierte Stern erst eine Ausbildung zum Sportkaufmann und anschließend ein duales Studium zum Di­plom-Sportökonomen. Kurz nach dem Abschluss wurde er Assistent der Geschäftsführung. Zahlreiche Projekte und zukunftsfähige Neuerungen trieb er voran. Dazu gehören die verlässliche und ganztägige Ferienbetreuung und verschiedene jährliche Veranstaltungen wie den AOK-Kindertag oder die Ehrungsmatinee für langjährige Mitglieder und sportliche Spitzenleistungen. Auch in Sachen Digitalisierung und EDV leitete er neue Schritte ein. Beispielsweise können die Fitnesskurse seit einiger Zeit direkt online gebucht werden. „Den Aspekt Digitalisierung werde ich in meinem Amt weiter forcieren“, so Sebastian Stern.

Horst Neumann wird zunächst die Prozesse noch begleiten, sich aber mehr und mehr aus dem laufenden Geschäft zurückziehen. Den gleitenden Übergang favorisiert das Präsidium, um einen abrupten Wechsel in den laufenden Projekten zu vermeiden. Zudem stehe Neumann so dem neuen Geschäftsführer bei Fragen noch zur Verfügung, sagt Präsident Claussen. 1976 vom damaligen Turn-Bundestrainer Wolfgang Dreyer nach Bremen geholt, führte Neumann die 1860-Kunstturner 1984 in die zweite Bundesliga und übernahm bereits 1982 die Geschäftsführung des Vereins. In doppelter Funktion stieg er 1987 mit seinen Turnern in die erste Bundesliga auf. 1994 gab er das Traineramt ab und konzentrierte sich ganz auf seine Aufgaben als Geschäftsführer.

VON LIANE JANZ
Weser-Kurier, Ausgabe 24.01.2019, Seite 24

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