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Vereinsleben

Ärgerliche Kettenreaktion

Wegen der Absage von "Turnen21" verlieren sechs Gymnastinnen ihren Startplatz bei der Deutschen Meisterschaft



Bremen. Seit vergangener Woche steht fest: Das vom 13. bis 16. Mai vorgesehene Multisport-Event „Turnen21“ in Leipzig mit fünf Sportarten, neun Deutschen Meisterschaften und einer Olympiaqualifikation findet als Präsenzveranstaltung nicht statt. Das hat, wie am Dienstagabend in einer Videokonferenz entschieden wurde, auch für acht Bremer Sportlerinnen Konsequenzen. Nun können nur noch zwei statt der ursprünglich qualifizierten acht Mädchen an der Juniorinnen-DM in der Rhythmischen Gymnastik teilnehmen – und das auch nur im Rahmen eines weiteren Online-Wettkampfes.

„Es ist unmöglich, eine viertägige Veranstaltung mit komplettem Programm online durchzuführen“, sagt Landestrainerin Larissa Drygala. Weil das auch dem Technischen Komitee des nationalen Verbands und den Fachwartinnen der 20 Landesverbände klar war, mussten sie per Video darüber befinden, welche Qualifizierten demnächst online starten dürfen. Der Vorschlag, alle Erst- bis Drittplatzierte der Regionalmeisterschaften am vorletzten Wochenende plus einige Viertplatzierte mit geringem Abstand mitmachen zu lassen, fand vor allem in Bremen keine Gegenliebe.

Bremens Landestrainerin hätte ihren Schützlingen erklären müssen, warum sie durchs Sieb gefallen wären. „Entweder alle Viertplatzierte oder keine“, hatte Larissa Drygala daher gefordert. Ihr leuchtete nicht ein, warum der eine vierte Platz hätte besser sein sollen als ein anderer. Bremens Landesfachwartin Gisela Drygala saß in der Konferenz, und letztlich schloss sich ihrer Argumentation die Mehrheit an.

Wie jüngst für die Regionalmeisterschaft, werden die Übungen von Daria Merkel (JLK 11) und Anastasia Gesswein (JLK 14, beide Bremen 1860) also demnächst auf Video aufgenommen und wahrscheinlich am 12. Juni zur Bewertung für die Deutschen Meisterschaften der JLK 11 bis JLK 14 vorgeführt. Die drei Viertplatzierten bei der Regionalmeisterschaft, Josefine Steinke (JLK 14, OSC Bremerhaven), Lea Neu (JLK 13, Bremen 1860) und Soey Mühlmann (JLK 12, Bremen 1860), werden, so sagt Larissa Drygala, weiter im Training bleiben, um gegebenenfalls noch als Nachrückerinnen zum Zuge zu kommen. Ebenfalls am 12. Juni sollen online die neuen Deutschen Meister bei den Juniorinnengruppen gekürt werden.

Die Bremerinnen werden mit einer Gruppe vertreten sein, die zwei Übungen auf Video abliefern muss. „Das ist gerade unter Corona-Bedingungen nicht leicht“, sagt Larissa Drygala, die sich mit ihrer Mutter Gisela aber für eine Teilnahme entschieden hat. Schon am Himmelfahrtstag (13. Mai) werden online die Deutsche Meisterschaft in der JLK 15 und die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in der Meisterklasse ausgetragen. 

Mit Vivien Woitzik hat sich eine Jugendliche von Bremen 1860 in der JLK 15 qualifiziert. Ihre Übung soll ebenso am 8. Mai aufgezeichnet werden wie die der sechs Meisterklassen-Starterinnen aus Bremen. Julia Stavickaja, Jule Scheffer, Sandy Kruse, Emilia Teljukina, Haruka Kodama und Andra Günnemann hoffen darauf, sich für das Finale Anfang Juni in Dortmund zu qualifizieren, das als Präsenzveranstaltung noch nicht abgesagt worden ist.
Quelle: Jörg Niemeyer
Weser-Kurier-Kurier, Seite 22, Ausgabe 29.04.2021
Bild: Bremen 1860
Bildunterschrift: Julia Stavickaja ist eine von sechs Bremerinnen, die sich in der Meisterklasse für die DM qualifizieren möchten.
 

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