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Bremen 1860 B.C. Functional Fitness

Zurück in die Steinzeit

Bremen 1860 erweitert mit dem neuen Outdoorgym sein Angebot um ein innovatives „Functional Fitness“-Training
Projektleiter Sean Albers (Mitte) und sein Team demonstrieren das Steinzeit-Training bei Bremen 1860.
Bremen. Kirsten Schüller ist voll des Lobes: „Eine ganz großartige Idee und hervorragend umgesetzt“, zollt die Vizepräsidentin
von Bremen 1860 dem regen Treiben vor ihren Augen den verdienten Respekt. Auf dem großzügig angelegten Rasenplatz auf dem Vereinsgelände am Baumschulenweg tummeln sich gerade einige Besucherinnen und Besucher, die an der Eröffnung des „1860 B.C. Functional Fitness“-Trainingsplatzes teilnehmen wollen – und sich dabei auf eine Reise zurück in die Steinzeit begeben ­müssen.

Projektleiter Sean Albers und sein Team hatten sich wochenlang mit dem Aufbau der einzelnen Stationen beschäftigt, neben handwerklichem Geschick spielten dabei vor allen Dingen Fantasie und Enthusiasmus eine gewichtige Rolle. „Wir hatten hier den Platz frei“, blickt der 32-jährige Projektleiter auf die Anfänge des innovativen Trainingsplatzes unter freiem Himmel zurück, „und wollten unseren Mitgliedern etwas Neues anbieten, an dem sie auch unter Corona-Bedingungen vollkommen risikolos teilnehmen können.“
Förster und Landwirte halfen

Gesagt, getan: Sean Albers schnappte sich Werkzeug und Material und machte sich daran, aus Kiefern- und Birkenstämmen lange und kurze Hanteln zu schnitzen, knapp 200 bis 300 Kilogramm schwere Holzstämme in Form zu schlagen und mehrere Dutzend schwere Steine zu steinzeitlichen Trainingsgeräten umzugestalten. „Eigentlich bin ich handwerklich gar nicht so gut“, stellt Albers sein Licht angesichts der durchaus beeindruckenden Resultate etwas unter den Scheffel. Die Baumstämme hatte ihm ein befreundeter Förster zur Verfügung gestellt, die Steine stammen aus einem Steinbruch nahe Bremens oder von Landwirten aus dem Bremer Umland, die froh waren, dass sie diese sogenannten Lesesteine endlich von ihren Feldern runter hatten.

Zur Eröffnung der neuen Attraktion auf dem Gelände von Bremen 1860 können sich die Gäste an sieben Stationen ausprobieren. Es gilt, lange oder kurze Hanteln unterschiedlichen Gewichts in die Höhe zu stemmen, an Baumstämmen Kniebeugen zu absolvieren oder Steine möglichst weit zu werfen. „Es hat etwas von den Highland-Games und den Strong-Man-Wettkämpfen“, erläutert Elizabeth Gerhard das Geschehen. Die Leiterin der Öffentlichkeitsabteilung bei Bremen 1860 hat sich für diesen Tag ebenso in Schale geworfen wie ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter und trägt ein steinzeitliches Leopardenfell, um dem gesamten Parcours auch modisch zu entsprechen.

„Das Outfit ist aber keine Pflicht“, versichert Susanne Albers, Leiterin der Fitness-Abteilung und stolze Mutter von Sean Albers und dessen Bruder Scott, der sich von seinem Studienort in Lübeck mit grafischen Designs für die Werbebanner und Info-Prospekte eingebracht hatte. „Wir wollten für einen Wow-Effekt bei den Besuchern sorgen“, sagt Susanne Albers, „und ich denke, dass wir dieses Ziel erreicht haben.“ Der Parcours sei innovativ und nachhaltig, sagt Sean Albers. „Wir haben im Grunde genommen alle Trainingsgeräte direkt aus der Natur genommen und tragen damit neben dem Spaß auch noch unseren kleinen Teil zum nachhaltigen Umweltschutz bei.“ Er selbst hat eine große Affinität zum Kraftsport. Als lizenzierter Trainer ist er auch in der Lage, die Frauen und Männer ab 16 Jahren anzuleiten und sie mit den für den Großteil vermutlich eher ungewohnten Trainingsgeräten vertraut zu machen. Ergänzen soll den Steinzeitlichen Parcours in den kommenden Wochen noch eine neue Cross-Fit-Station in unmittelbarer Nähe. Geplant sei die Eröffnung für Juli, sagt Susanne Albers.

Ihr Sohn Sean werde sich auch dort sehr engagiert mit einbringen, ist die Mutter überzeugt – und deutet auf den umzäunten Teil des neu angelegten Parcours, in dem sich mit dem „Conan-Wheel“ das Highlight der neuen Anlage befindet. Ein etwa 200 bis 300 Kilogramm schwerer Baumstamm muss aufgenommen und im Kreis gedreht werden. „Dieser Käfig lag monatelang brach“, erklärt Sean Albers, der das Areal mit Unterstützung vieler Freiwilliger schließlich komplett entrümpelt und für den Steinzeit-Parcours hergerichtet hatte.
Mindestalter ist 16 Jahre

„Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen“, versichert der 32-jährige Sean. „Die Umsetzung wäre ohne die Spenden aus dem Crowdfunding und die Unterstützung meiner Mitarbeiter allerdings nicht möglich gewesen“, bedankte sich Albers während der Eröffnung der neuen Anlage nicht nur bei seinem Team. Rund um den neuen Parcours erwartet Frauen und Männer ab 16 Jahren nun ein Übungsprogramm, das Elemente aus dem „Functional Fitness“-Training mit denen aus den „Strongman“-Wettkämpfen vereint. Fünf Mal in der Woche werden Trainingsgruppen für diejenigen angeboten, die montags bis freitags zwischen 18 und 19 Uhr zurück in die Steinzeit reisen möchten. Mitglieder zahlen zusätzlich zum Beitrag 4,70 Euro, für Nicht-Mitglieder kostet die Teilnahme 9,40 Euro pro Kursus. Ausführliche Informationen sind im Internet auf der Seite www.bremen1860.de zu finden.

Quelle: Christian Markwort
Stadtteil Kurier, Seite 6, Ausgabe 14.06.2021
Bild: Christian Markwort

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