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Rhythmische Sportgymnastik

Sportgymnastinnen werden zu Filmstars 1860 siegt im Deutschland-Cup

Bremen. Wettkämpfe während der Corona-­Zeit – da kommen so manche Aktiven an ihre Grenzen. Erst recht, wenn der Wettkampf online ausgetragen wird. In der Rhythmischen Sportgymnastik (RSG) heißt das: Klappe – Band läuft. Denn weil es den Teilnehmerinnen nicht zugemutet werden kann, nacheinander im Livestream aufzutreten, reichen sie dem Wettkampfgericht ein Video mit ihrer Übung ein. Im Fall von Bremen 1860 bedeutete das: Die Übung für den Deutschland-Cup wurde nicht einmal, sondern siebenmal geturnt. „Mehr geht nicht“, sagt Trainerin Larissa Drygala. „Mehr schaffen die Gymnastinnen nicht – schon gar nicht die ganz jungen.“ Gelohnt hat sich der Aufwand allemal: Sowohl in der Freien Wettkampfklasse (quasi die Seniorinnen) als auch in der Junioren-Wettkampfklasse (13 bis 15 Jahre) sicherte sich 1860 den ersten Platz. Und Aleksandra Zapekina bewies, dass sie auch als Video-Verantwortliche ganze Arbeit leistet.

Wenn diese ungewöhnliche Form des Wettkampfes ein Gutes hat, dann dies: Jedes Mitglied der Gruppe ist wichtig, auch die vermeintlichen Ersatzmitglieder. Die Übung selbst wird mit fünf jungen Damen geturnt, doch bei mehreren Videoaufnahmen kann eben gewechselt werden. Normalerweise findet der Deutschland-Cup im Frühjahr statt, doch Corona erzwang die Verschiebung in den Herbst hinein. „Aber meine Mädchen wollten unbedingt teilnehmen“, sagt Larissa Drygala über ihre Gruppe in der Freien Wettkampfklasse, in der 1860 sieben Gymnastinnen zwischen 16 und 22 Jahren aufbot.
Lieblingsgerät bringt Glück

Die Gruppe trat mit fünf Reifen an – dem Lieblingsgerät von 1860. „Das haben wir mit unseren Schwierigkeiten in der Übung voll ausgereizt“, sagt Drygala. Der Erfolg gab der Trainerin recht. 1860 triumphierte unter 20 Gruppen mit 15,000 Punkten (10,450 für die Choreografie plus 4,550 für die Ausführung) vor dem TSV Schmiden (14,200/9,500 plus 4,700) und dem Blumenthaler TV unter Trainerin Nicole Gerdes (13,100/8,750 plus 4,350). Dass die Übungen nicht ohne Gerätverlust geturnt wurden, war für Larissa Drygala verständlich. „Es lässt sich einfach nicht nachholen, was unsere Mädchen coronabedingt ein Dreivierteljahr nicht gemacht haben.“

Aleksandra Zapekina überzeugte aber nicht nur als Videofilmerin, sondern vor allem als Trainerin. Denn auch ihre Junioren-­Gruppe setzte sich mit fünf Paar Keulen an die Spitze der aus elf Gruppen bestehenden Konkurrenz. 1860 gewann mit 11,500 Punkten (7,050 für die Choreografie, 4,450 für die Ausführung) vor dem SV Obertraubling (10,250), dem SC Freital (9,500) und dem Blumenthaler TV (8,800/5,300 plus 3,500). „Für Bremen war das insgesamt ein ganz tolles Ergebnis“, freute sich Larissa Drygala.

An diesem Sonnabend steht für die Gymnastinnen endlich wieder ein Präsenz-­Wettkampf an, wenn in Bielefeld ab 10 Uhr erst die 2. Bundesliga und nachmittags die 1. Bundesliga in die Saison startet. In beiden Ligen gibt es zwei Vorrunden-Wettkämpfe und Anfang Dezember in Bremen das Finale.

Die siegreichen Teams von Bremen 1860, Freie Wettkampfklasse: Katharina Braun, Emina Herenda, Marie Kohlenberg, Kristina Bolbat, Jessica Neterebski, Jessica Winter, Evelyn Sparwasser; Junioren-Wettkampfklasse: Valerija Gataullin, Iulia Cata, Daria Brehm, Alexandra Sonnenberg, Arsenia Afanasieva, Madoka Kodama

Quelle: Jörg Niemeyer
Weser-Kurier-Kurier, Seite 24, Ausgabe 06.11.2021
Bild: Bremen 1860

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