News

Vereinsleben

Am Ende tanzten die Endorphine

Die erste Tanzwerkstatt bei Bremen 1860 war ein voller Erfolg für Tänzer und Trainerinnen vor einem begeisterten Publikum

Ob das klappt? So etwas haben sie noch nie gemacht. Und dann auch noch die kurze Vorbereitungszeit von knapp einem Monat. Und so viele Menschen, die draußen sitzen und zugucken. Da flattern selbst gestandenen Tänzerinnen und Tänzer mit vielen Jahren Erfahrung schon mal die Nerven, was sollen dann erst die jugendlichen Hobby-Tänzerinnen sagen. Teenager zeigen  zwar oft nicht, wie es in ihnen aussieht, doch Ricarda Kochems kennt ihre Mädels inzwischen gut genug, um zu wissen, dass das Lampenfieber groß ist. Ihre „The 18sixties“, rund 20 Teenie-Mädels, waren eine der zwölf Gruppen, die bei der Tanzwerkstatt von Bremen 1860 zeigten, woran sie gerade arbeiten.

Ihre Nummer war ein K-Pop-Tanz, den sie aus dem Internet nachtanzten – zum ersten Mal überhaupt, denn eigentlich sind ihre Choreografien grundsätzlich hausgemacht. Doch die Band BTS sei gerade bei vielen ihrer Mädels angesagt und sie haben sie gebeten, den Tanz einzustudieren, erzählt Trainerin Ricarda Kochems. Rund vier Wochen zuvor hatte ihre Gruppe bereits einen öffentlichen Auftritt mit einer anderen, eigenen Choreografie. Erst danach konnten sie mit der Arbeit am K-Pop-Tanz beginnen. „Aufgrund der Kürze der Zeit haben wir auch nur das halbe Lied geschafft“, erzählt die Trainerin. Dennoch war sie überrascht davon, wie schnell ihre Tänzerinnen die Schritte drauf hatten. Normalerweise brauchen sie ungefähr ein halbes Jahr bis die Choreos sitzen.

Die zeigen sie gern bei verschiedenen Veranstaltungen, wie beispielsweise vor kurzem Fockes Fest. Bislang ist die Gruppe von Ricarda Kochems aber immer als Bremen 1860 aufgetreten. Erst kurz vor der Tanzwerkstatt im eigenen Hause haben sich die Mädels den Namen „The 18sixties“ gegeben. Grund ist ein Sponsoring der Versicherung ÖVB. Kurz vor der Tanzwerkstatt überreichte ihnen die Leiterin des Tanzbereichs bei Bremen 1860 Susanne Albers einen ganzen Satz Pullover mit dem Logo der Versicherung auf dem Ärmel. Da sollte auch ein Gruppenname drauf stehen, dachten sich die Mädchen und brainstormten gemeinsam, bis „The 18sixties“ feststand. Unter diesem Namen treten sie künftig auch öffentlich auf.

Susanne Albers führte die Gäste der Tanzwerkstatt den Nachmittag über durch das Programm. Rund 250 Menschen kamen dafür in den Baumschulenweg. „Ich hatte nicht mit so vielen gerechnet“, so Susanne Albers. Das Publikum überraschte sie nicht nur mengenmäßig, sondern auch mit der Stimmung, die es verbreitete. Die Tanzwerkstatt war dafür gedacht, dass die einzelnen Gruppen bei Bremen 1860, mit Tänzerinnen und Tänzer von fünf bis über 40 Jahre, zeigen konnten, woran sie arbeiten. Da konnten unvollständige Tänze dabei sein, manche Schritte oder Sprünge, die noch nicht so klappten, und die eine oder andere Unsicherheit. „Das wusste das Publikum auch“, erzählt Susanne Albers. Dennoch klatschen alle den Takt mit und entließen jede einzelne Gruppen mit einem riesen Applaus von der Tanzfläche. Das motivierte die Tänzerinnen und Tänzer zusätzlich. „Die sind super glücklich von der Tanzfläche gegangen“, sagt die Bereichsleiterin.

Rhythmisch und akrobatisch zugleich wurde es bei der Gruppe von Trainerin Elizabeth Gerhard. Ihre Sechs- bis Zehnjährigen zeigten eine Choreografie in „Acrobatic Dance“ mit viel Elan und kunstvollen Figuren. Die Kleinsten gehörten der Ballettgruppe von Alina Robbers und Sophia Ernst an. Erst fünf bis sieben Jahre sind sie alt und waren furchtbar nervös vor ihrem Auftritt. Der begeisterte das Publikum aber so sehr, dass Moderatorin Susanne Albers sie gleich noch einmal tanzen ließ. Auch Gruppen aus dem Bereich „Dance & Show“ ab sechs bis über zehn Jahre präsentierten sich und noch drei Gruppen, die bei Ricarda Kochems das Tanzen lernen. Die Fünf- bis Sieben- sowie Acht- bis Zehn- und Elf- bis 13-Jährigen bekamen jeweils ihre Zeit im Rampenlicht mit selbst erarbeiteten Choreografien. Bei den Acht- bis Zehnjährigen verpassten zwei Tänzerinnen knapp den Auftritt und weinten bitterlich. „Da wurde mir erst richtig klar, welche Bedeutung ein Auftritt für die Kinder hat“, sagt Ricarda Kochems.

Sinn und Zweck des Ganzen war, den Tanzgruppen eine Generalprobe für die traditionelle Weihnachtsshow des Vereins am 8. Dezember zu ermöglichen – mit genügend Zeit, um Unstimmigkeiten noch ausmerzen zu können. Außerdem sollten Familien und Freunde mal sehen können, was die Kinder und Jugendlichen eigentlich so machen, wenn sie in den Verein kommen. Das Konzept ging auf: Bei den Tänzerinnen und Tänzern sprudelten die Endorphine und die Trainerinnen waren zufrieden mit dem, was sie zu sehen bekamen.

Einem größeren, externen Publikum zeigen sich die Tanzgruppen von Bremen 1860 auch gern. Buchungsanfragen nimmt Susanne Albers per E-Mail an s.albers@bremen1860.de entgegen. In allen Gruppen ist auch noch Platz für weitere Tänzerinnen und Tänzer. Die Trainingszeiten stehen auf www.bremen1860.de unter „Sportsuche“ und dann „Modern Dance“. Nicht-Mitglieder können das Vereinsangebot mit einem Gästeausweis zwei Wochen lang testen. Den gibt es für zehn Euro von montags bis freitags von 9 bis 17.30 Uhr in der 1860-Geschäftsstelle im Baumschulenweg 6. Nähere Informationen zum Gästeausweis sind unter Telefon 21 1860 oder E-Mail info@bremen1860.de erhältlich.
 

WEITERE NEWS