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Frankfurt statt Tokio

Nach der Enttäuschung über die Absage aus Japan freuen sich vier Bremerinnen auf ihre Teilnahme am olympischen Jugendlager Zu Beginn des ­vergangenen Jahres ­hatten Haruka ­Kodama, Karen Krähe und Lillie Schupp (von links) ihre Reise nach Japan fest im Blick. Coronabedingt ist für sie ­immerhin das ­Jugendlager in ­Frankfurt möglich.

Bremen. Es werde das Beste aus der schwierigen Situation gemacht, freut sich die 18-jährige Haruka Kodama. „Wir sind froh, dass es jetzt überhaupt ein deutsches olympisches Jugendlager gibt – und das sogar in Präsenz“, betont sie. Denn vom 29. Juli bis zum 5. August werden die deutschen Teilnehmer zu dem Treffen in Frankfurt zusammenkommen. Aber klar: Dennoch sei es etwas enttäuschend, wie es sich mit der Veranstaltung und eben auch der Austragung von Olympia entwickelt habe, gesteht die Gymnastin vom TV Eiche Horn.

Eigentlich hätte es für sie sowie für Lillie Schupp (Gymnastin vom Blumenthaler TV), Karen Krähe (Eiskunstläuferin von Bremen 1860) und Malina Reblin (Hockeyspielerin vom Bremer HC) 2020 nach Tokio zu den Spielen gehen sollen. Aufgrund der Pandemie und durch die Verschiebung von Olympia kam es für die vier im vergangenen Jahr nicht zum Trip. Mit zwölf Monaten Verzug sollte ihre Reise dann in diesem Sommer stattfinden. Doch erneut machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Im April stand fest: Das Lager geht nicht wie geplant über die Bühne.

Als vier von 50 Nachwuchssportlern waren die Bremerinnen für den Trip ausgewählt worden. Angedacht war nach der Absage im vergangenen Jahr, dass die Athleten vom 21. Juli bis 5. August mit 50 japanischen Jugendlichen an dem Lager in Tokio teilnehmen. Nach dem Entschluss der japanischen Regierung, keine ausländischen Zuschauer bei den Spielen zuzulassen, entschieden sich die Deutsche Sportjugend, die Deutsche Olympische Akademie und die Japan Junior Sport Clubs Association jedoch gegen die Ausrichtung.

Doch die Veranstaltung einfach ausfallen lassen, wollten die Organisatoren auf keinen Fall. Also begannen die Planungen für die eine Woche in Frankfurt. „Wir sind positiv gestimmt und hoffen, dass wir ein spannendes Jugendlager auf die Beine stellen können, das so viel olympischen Flair wie möglich rüberbringt“, sagte Kirsten Hasenpusch, Leiterin des Lagers, im April. Der stellvertretende Leiter Gerald Fritz hatte ergänzt: „Nun arbeiten wir mit vollem Elan an einer hybriden Veranstaltung, um der Enttäuschung der Absage zum Trotz ein unvergessliches Erlebnis in Deutschland zu bescheren.“

Mit hybrid bezeichnet Fritz eine Veranstaltung, die sich zwar in erster Linie vor Ort in Frankfurt abspielt, aber nicht ausschließlich. Im Mittelpunkt der Organisation stand die Frage: Wie kann es gelingen, unverändert den Begegnungscharakter zu ermöglichen? Schließlich zeichnet genau dieser die deutschen olympischen Jugendlager aus, die seit 2002 gewöhnlich sowohl bei Winter- als auch bei Sommerspielen im jeweiligen Austragungsort stattfinden. Die coronakonforme Lösung: Die Teilnehmer der Japanischen Sportjugend werden zeitweise digital zugeschaltet. „Im Mittelpunkt des Lagers steht weiter der Austausch mit den japanischen Sportlern und Sportlerinnen. Auf den freue ich mich sehr“, hebt Kodama hervor.

Ein wesentlicher Programmbaustein der deutschen Teilnehmer wird auch das gemeinsame Sportmachen sein. „Wir dürfen das Programm mitgestalten“, erzählt die Bremerin. Der ein oder andere Programmpunkt sei noch offen. Fest steht aber: „Wir wollen uns auf jeden Fall die Spiele zusammen angucken.“ Auch darauf, mit den anderen Sportlern aus der Bundesrepublik ins Gespräch zu kommen, freue sie sich sehr.
Quelle: Yannik Sammert
Weser-Kurier-Kurier, Seite 30, Ausgabe 27.07.2021
Bild: Bremen 1860
Bildunterschrift: Zu Beginn des ­vergangenen Jahres ­hatten Haruka ­Kodama, Karen Krähe und Lillie Schupp (von links) ihre Reise nach Japan fest im Blick. Coronabedingt ist für sie ­immerhin das ­Jugendlager in ­Frankfurt möglich.

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